Viele Menschen möchten helfen und trauen sich doch nicht. Der häufigste Satz lautet: Das kann ich doch gar nicht. Fast immer stimmt er nicht. Für die Rehkitzrettung braucht es viele Hände und ganz unterschiedliche Fähigkeiten. Die wenigsten davon haben mit dem Fliegen einer Drohne zu tun. Wer Zeit und Interesse mitbringt, findet bei uns eine Aufgabe. Vorerfahrung ist keine Bedingung.
Ein Einsatz ist Teamarbeit
Ein Morgen im Feld besteht aus vielen kleinen Rollen, die ineinandergreifen. Jemand stimmt vorab die Flächen mit den Landwirten ab und plant die Reihenfolge. Am Einsatztag steuert ein Pilot die Drohne, während eine zweite Person am Bildschirm die Wärmebilder auswertet und jede Signatur meldet. Andere gehen ins Feld, prüfen die Fundstelle und sichern ein gefundenes Kitz, ohne es mit bloßen Händen zu berühren. Wieder andere kümmern sich um Akkus, Fahrten, Verpflegung und die Dokumentation der Einsätze. Ohne dieses Zusammenspiel bleibt die beste Technik wirkungslos. Jede dieser Rollen ist wichtig.
So gelingt der Einstieg
Wer neu dazukommt, muss nichts vorweisen. Am Anfang läuft man einfach bei einem Einsatz mit. Erfahrene Mitglieder erklären den Ablauf direkt vor Ort. Man sieht, wie das Team in den frühen Morgenstunden arbeitet, wie eine Fläche abgeflogen wird und worauf es beim Sichern eines Kitzes ankommt. Nach wenigen Einsätzen kennt man die Handgriffe. Niemand wird ins kalte Wasser geworfen, und niemand muss von Anfang an Verantwortung übernehmen, die er sich nicht zutraut.
Drohnenpilot werden, Schritt für Schritt
Wer selbst fliegen möchte, kann sich dazu ausbilden lassen. Der Weg ist überschaubarer, als viele denken. Für eine Kameradrohne über 250 Gramm genügt zum Einstieg der EU-Kompetenznachweis A1/A3, oft kleiner Drohnenführerschein genannt. Er besteht aus einer Online-Schulung und einer Theorieprüfung, kostet rund 25 Euro und gilt fünf Jahre. Das Mindestalter beträgt 16 Jahre. Für anspruchsvollere Lagen, etwa Flächen nahe an Wohnbebauung, gibt es den weiterführenden Nachweis A2. Um die Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt und die Technik kümmert sich der Verein. Als angehender Pilot wachsen Sie mit erfahrenen Mitgliedern an Ihrer Seite in die Aufgabe hinein.
Ein Team über Generationen
Weil der Einstieg schon mit 16 Jahren möglich ist, arbeiten bei uns bewusst Jung und Alt zusammen. Jugendliche lernen moderne Technik und übernehmen früh Verantwortung. Ältere bringen Ruhe, Ortskenntnis und Erfahrung ein. Diese Mischung macht ein lokales Team stark. Gerade für Schulen und Jugendeinrichtungen ist die Rehkitzrettung ein greifbares Beispiel dafür, wie Naturschutz und Technik zusammenpassen.
Wie viel Zeit Sie einbringen, entscheiden Sie
Die Mahdsaison von April bis Juni ist die intensivste Zeit. Dann zählt jede helfende Hand, oft schon vor Sonnenaufgang. Doch auch außerhalb der Saison gibt es zu tun, von der Planung über die Öffentlichkeitsarbeit bis zur Pflege der Ausrüstung. Sie bestimmen selbst, wie viel Zeit Sie geben. Schon ein einzelner Morgen im Jahr hilft. Ein starkes lokales Team rettet mehr Kitze. Werden Sie Teil davon, ganz ohne Vorerfahrung.

