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Die Mahd erklärt: Warum Landwirte mähen und wann es für Rehkitze gefährlich wird

17. Juli 2026

Traktor mäht bei Sonnenaufgang eine grüne Wiese

Wer im Frühsommer durch Werder (Havel) und das Havelland fährt, sieht überall frisch gemähte Wiesen. Für die meisten Menschen ist das ein vertrautes Bild. Nur wenige wissen, welche Arbeit und welche Entscheidungen dahinterstecken. Die Mahd ist kein simples Rasenmähen. Sie ist die wichtigste Ernte im Grünland und folgt einem klaren landwirtschaftlichen Kalender. Genau dieser Kalender bringt die Rehkitze in Gefahr.

Warum Landwirte überhaupt mähen

Grünland liefert das Grundfutter für Rinder, Schafe und Pferde. Aus dem geschnittenen Gras entsteht Silage, Heu oder frisches Futter. Silage ist vergorenes Gras, das luftdicht gelagert wird und den Tieren im Winter Energie liefert. Heu ist getrocknetes Gras für dieselbe Aufgabe. Ohne diese Ernte gäbe es kein Futter für die Ställe. Grünland ist damit eine Grundlage der Milch- und Fleischerzeugung aus der Region. Eine Wiese ist also kein ungenutztes Stück Natur, sondern ein Acker, der Futter tragen muss.

Warum der Zeitpunkt so entscheidend ist

Gras ist nicht das ganze Jahr gleich wertvoll. Kurz vor der Blüte enthält es am meisten Eiweiß und Energie. Danach verholzt es und verliert an Qualität. Deshalb wollen Landwirte genau in diesem Fenster mähen. Der erste Schnitt fällt daher oft schon in den Mai. In einer intensiv genutzten Wiese folgen über das Jahr drei bis fünf Schnitte. Auch das Wetter spielt mit. Für gutes Heu braucht es mehrere trockene Tage am Stück. Verpasst der Landwirt das richtige Fenster, sinkt der Wert der ganzen Ernte.

Genau hier liegt das Problem. Der beste Zeitpunkt für den ersten Schnitt fällt mit der Setzzeit der Rehe zusammen. Die Ricken legen ihre Kitze im Mai und Juni genau in dieses hohe, dichte Gras. Was für den Landwirt Erntereife bedeutet, ist für das Kitz der sicherste Ort. Beide treffen zur selben Zeit auf derselben Fläche aufeinander.

Wenn Technik auf Tarnung trifft

Früher wurde langsam und mit schmalen Geräten gemäht. Heute arbeiten Mähwerke mehrere Meter breit und mit hohem Tempo. Eine große Wiese ist in kurzer Zeit abgeräumt. Für ein Kitz, das sich bei Gefahr flach ins Gras drückt und regungslos liegen bleibt, gibt es dann kaum eine Chance. Es rennt nicht weg. Es vertraut auf seine Tarnung und seinen geringen Eigengeruch. In der Natur schützt dieser Instinkt vor Fressfeinden. Gegen ein schnelles Mähwerk hilft er nicht.

Was Landwirte tun, um Tiere zu schützen

Es gibt bewährte Maßnahmen, die Verluste senken. Wer von innen nach außen mäht, gibt größeren Tieren einen Fluchtweg zum Feldrand. In einigen Bundesländern ist das Mähen von außen nach innen auf größeren Flächen sogar verboten. Eine höhere Schnitthöhe schont Tiere, die sich am Boden drücken, und dazu Insekten und Bodenbrüter. Ein späterer erster Schnitt würde vielen Kitzen das Überleben sichern. Doch jeder Tag Verzögerung kostet Futterqualität. Zwischen Tierschutz und Ernte liegt ein echter Zielkonflikt, den der Landwirt allein kaum auflösen kann.

Warum auch das Futter auf dem Spiel steht

Der Schutz der Kitze ist nicht nur eine Frage des Mitgefühls. Ein übersehenes Tier gerät ins Mähwerk und mit dem Kadaver in die Silage. Dort entsteht unter Luftabschluss ein gefährliches Umfeld. Das Bakterium Clostridium botulinum kann sich vermehren und ein starkes Gift bilden. Schon ein einziger Kadaver kann mehrere Kubikmeter Silage verderben und die Rinder im Stall vergiften. Ein gerettetes Kitz schützt also auch die Ernte und die Gesundheit der Nutztiere. Tierschutz und Futterqualität ziehen hier am selben Strang.

Wo die Wärmebilddrohne ansetzt

Genau an diesem Zielkonflikt setzen wir an. Vor Sonnenaufgang ist das Gras kühl, und der warme Körper eines Kitzes hebt sich klar ab. Die Wärmebilddrohne fliegt die Fläche in wenigen Minuten ab und meldet jede Wärmequelle. So muss der Landwirt seinen Schnitt nicht verschieben und kann trotzdem sicher mähen. Beste Futterqualität und Tierschutz lassen sich verbinden. Für die Landwirte rund um Werder (Havel) und in Brandenburg ist das eine kostenlose Unterstützung. Melden Sie Ihre Fläche vor der Mahd an und geben Sie den Kitzen eine Chance.